Zurück aus Bagdad nach erfolgreicher Mission![]() Nach 9 - tägigem Einsatz sind wir zurück aus Bagdad, unserem diesjährigen letzten medizinischen Einsatz. Es war eine anstrengende, aber äußerst erfolgreiche erste Cardiac Mission in dieses neue Einsatzgebiet für RobinAid. Zusammen mit unseren französischen Kollegen von La chaîne de l’espoir, unserer Schwesterorganisation, konnten wir eine ganze Reihe von Kindern und Jugendlichen mit angeborenen Herzfehlern vor Ort im Ibn Al Bitar Hospital for Cardiac Surgery operieren. Gott sei Dank haben es alle unsere Patienten gut überstanden, gab es keine unlösbaren Komplikationen. Dafür war aber harte Arbeit nötig, insbesondere auch postoperativ auf der Intensivstation. Dauerdienst mit wenig Schlaf. Wir haben liebenswerte irakische Kollegen getroffen, mit denen es uns viel Freude gemacht hat, zu arbeiten. Sie leisten dort täglich hervorragende Arbeit unter schwierigen Bedingungen. Wir sind sehr von ihnen beeindruckt.
Die ist unsere kleine Prinzessin Rana. Sie ist drei Jahre alt und hatte einen großen Ventrikelseptumdefekt (großes Loch zwischen der rechten und linken Herzkammer) sowie eine Aortenstenose (die Herzklappe zwischen dem linken Herzen und dem großen Körperkreislauf war verengt). Beides konnte erfolgreich behoben werden, es gab keine Komplikationen. Eine wirklich süße Prinzessin. Wir haben nicht nur ihr Herz behandelt, sondern unseres an sie verloren.
Ali ist 11 Jahre alt. Er war einige Tage unser großes Sorgenkind. Bei ihm wurde ein „total repair“ bei bestehender Fallot Tetralogie vorgenommen. Dies ist ein angeborener, sehr komplexer Herzfehler, bei dem insgesamt 4 Anomalien am Herzen bestehen. In Deutschland würde man ein solches Kind innerhalb der ersten Lebensmonate operieren, weil sonst die Gefahr der Schäden am Herzen zu groß ist. Aufgrund der fehlenden Möglichkeiten im Irak konnte dies nicht erfolgen, dementsprechend schwieriger war das ganze jetzt. Nach gutem operativem Verlauf durch unsere irakischen Kollegen, stand für uns die Intensivbehandlung nach der Operation im Vordergrund. Sie gestalte sich anfangs sehr schwierig und wir mussten einige Probleme lösen. Aber, Gott sei Dank, auch bei ihm ist alles gut gegangen, nach drei Tagen konnte er die Intensivstation in gutem Zustand verlassen.
Wir werden dieses Projekt im Ibn Al Bitar Cardiac Center in Bagdad im neuen Jahr massiv ausbauen. Unsere Aufgabe ist klar formuliert: Wir werden den Aufbau des dringend notwendigen Kinderherzzentrums, dem bisher einzigen im ganzen Irak, vorantreiben, unsere irakischen Kollegen durch Kurzzeit- aber auch Langzeiteinsätze ausbilden und begleiten, die notwendige Beschaffung des medizinischen Equipments unterstützen und auch, soweit dies möglich ist, irakische Kollegen zur Ausbildung nach Deutschland und Frankreich holen.
Bagdad ist anders als Kabul. Die Stadt, das Land ist weiter entwickelt, dafür ist die Sicherheitslage mindestens genauso schlecht, wenn nicht schlechter. So viele bewaffnete Kontrollpunkte (alle paar hundert Meter), so viele eingemauerte Straßen (mit hohen Betonwänden), damit man nicht auf fahrende Autos schießen kann, haben wir noch nirgendwo anders gesehen. Es gab uns eine kleine Vorstellung von dem, was sich in den letzten Jahren dort an Gewalt abgespielt haben muss.
Der Bedarf an zeugnishaft anderem Umgang, an Öffnung, an Unterstützung, an Verbesserung der Lebensbedingungen ist riesengroß. Und die Menschen, mit denen wir zusammengekommen sind, waren sehr, sehr liebevoll und dankbar für unsere Unterstützung.
Herzlichen Dank an unser deutsch – französisches Team, an unsere irakischen Kollegen für die hervorragende Zusammenarbeit, die herzliche Gastfreundschaft und die erfolgreiche gemeinsame erste Mission. Wir haben in Bagdad neue Freunde gewonnen und werden rasch wieder kommen. Die nächste Cardiac Mission wird planmäßig Ende März 2012 stattfinden.
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