Stiftung RobinAid zieht Bilanz des ersten Jahres:

240 Einsatztage in Kabul, 13 Kinder geholt, vier schon wieder gesund zurück
2010 Steigerung auf 550 Einsatztage geplant – Ehrenamtliche und Spender gesucht
Hamburg, 29. Dezember 2009 - In den ersten acht Monaten ihrer medizinischen Arbeit für schwerst verletzte und schwerst erkrankte afghanische Kinder hat die neue Hamburger Stiftung “RobinAid – Brücke der Hoffnung” neun Hilfseinsätze in Kabul mit 300 ärztlichen und pflegerischen Arbeitstagen absolviert. Sie holte zudem 13 Kinder (sechs Mädchen und sieben Jungen) zu lebensrettenden Eingriffen nach Deutschland. Parallel dazu wurde RobinAids Kompetenzzentrum Medical Board auf 27 hochrangige Mediziner ausgebaut. Außerdem wurde zum ersten Mal überhaupt ein afghanischer Arzt zur Fortbildung nach Deutschland geholt. “Wir haben in unserem Premierenjahr 2009 die ersten Schritte eines sehr langen Weges absolviert”, sagte Stiftungsgründer und –vorstand Dr. med. Matthias Angrés am Dienstag in Hamburg, “und unsere Ziele für 2010 sind weit gesteckt, denn die Lage in Afghanistan wird immer dramatischer, besonders für die ersten und leichtesten Opfer des Krieges: die Kinder.”
Die RobinAid-Mediziner haben im französischen Kinderkrankenhaus FMIC (“French Medical Institute for Children”) in Kabul gearbeitet. Die nach europäischen Standards ausgestattete Kinderklinik wird von der französischen Schwesterorganisation “La chaîne de l`espoir” (“Kette der Hoffnung”) betrieben. 90 Prozent der kleinen Patienten sind Kinder armer und bedürftiger Eltern und werden dort kostenfrei behandelt. RobinAid ist Anfang 2009 eine Kooperation mit “La chaîne “ eingegangen und schickt nun kontinuierlich Ärzte und Pflegkräfte dorthin, um zu helfen und auszubilden. Die RobinAid-Ärzteteams haben zusammen mehr als 150 Arbeitstage in Kabul geleistet und waren an der erfolgreichen Behandlung hunderter Kinder maßgeblich beteiligt.
Die Einsätze werden praktisch pausenlos geleistet, sogar über Weihnachten und Neujahr: Derzeit ist der Hamburger Apotheker Jamal Said, Mitglied des Medical Board von RobinAid, im FMIC. Dort hilft der in Stade Wohnende bei der Weiterentwicklung der klinischen Pharmazie und schult Mitarbeiter.
Für einen kurzen Urlaub über die Feiertage und den Jahreswechsel ist dagegen die von RobinAid ins FMIC entsandte Intensivkrankenschwester Julia Kempe nach Deutschland zurückgekehrt. Sie stammt aus der Helios-Klinik Leezen und leitet seit Oktober 2009 und noch bis März 2010 die Pflege auf der Intensivstation des FMIC. Das entspricht rund 90 Arbeitstagen in 2009, so dass die Summe aus ärztlichen und pflegerischen Leistungen in 2009 rund 240 Einsatztage beträgt.
RobinAid und “La chaîne” bemühen sich, möglichst vielen Kindern die strapaziöse Reise nach Europa zu ersparen und sie im FMIC und somit in ihrer Heimat zu operieren. Bei 13 Kindern war das nicht möglich; sie wären ohne den Einsatz der RobinAid-Ärzte in führenden deutschen Kliniken (Medizinische Hochschule Hannover, Universitätsklinik Erlangen, Johannes Wesling Klinikum Minden sowie Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Standort Lübeck) nicht geheilt worden. Sechs solcher Kinder wurden von Dr. Angrés und seinem Team drei Tage vor Weihnachten nach Deutschland geholt. Insgesamt sind derzeit neun “RobinAid-Kinder” in Deutschland, nachdem vier bereits wieder gesund in ihre Heimat zurückkehren konnten. In diesem Zusammenhang lobte Dr. Angrés die reibungslose Zusammenarbeit mit den Hamburger Behörden, der afghanischen Botschaft in Berlin, der deutschen Botschaft und dem deutschen Generalkonsulat in Kabul.
Die Pläne für 2010
Unter anderem sind für 2010 geplant: Die Entsendung von zwölf medizinischen Teams (darunter zwei herzchirurgische Teams) zu jeweils zweiwöchigen Einsätzen und die Besetzung einer weiteren Langzeitstelle als Leitung der Intensivpflege des FMIC. Dies ergibt die bisher absehbare Summe von rund 550 Arbeitstagen. Hinzu kommen zwei zehnmonatiges Ausbildungstrainings für zwei weitere afghanische Ärzte des FMIC in deutschen Partnerkliniken von RobinAid. Vorgesehen ist auch der Ausbau der medizintechnischen Infrastruktur durch Anschaffung neuer Beatmungsgeräte für die Intensivstation und die Anschaffung eines modernen Ultraschallgerätes für die Kinderkardiologie des FMIC sowie die finanzielle Beteiligung am sogenannten „Welfare-Programm“ des FMIC, aus dem die Behandlungskosten für die mehr als 90 % der Patienten finanziert werden, die nicht selber für die Behandlung bezahlen können.
“Unsere Ärzte operieren zwar umsonst”, sagt Dr. Angrés, “die Leistungen der Kliniken müssen wir aber bezahlen. Wir bekommen keine staatliche Unterstützung, sondern finanzieren uns ausschließlich durch Spenden. Deswegen freuen wir uns über jede Spende, sei es für die Behandlung, die Geräte oder die Logistik. Außerdem suchen wir dringend ehrenamtliche Helfer für unser Büro am Alsterdorfer Markt.”
Hier finden Sie vier Kinderschicksale ausführlicher dargestellt >>mehr
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