RobinAid und Klinikum Minden in neuem medizinischen Einsatz

Nach der Rettung von Azizah kommt jetzt der 4-jährige Abdul zur lebensrettenden Operation in die Klinik für Neurochirurgie
Minden/Kabul, 26. Mai – Am (morgigen) Donnerstag, den 27. Mai, startet Dr. Matthias Angrés, Gründer und Vorsitzender der Hamburger Stiftung RobinAid, in Begleitung der Krankenschwestern Ella Sudermann und Saskia Rauxloh aus dem Mindener Johannes Wesling Klinikum zu einem erneuten medizinischen Einsatz ins French Medical Institute for Children (FMIC), an dessen Betrieb RobinAid seit mehr als einem Jahr als Partner beteiligt ist.
Auf dem Direktflug von Frankfurt nach Kabul nimmt das Team drei in den vergangenen Monaten erfolgreich in Deutschland behandelte Kinder gesund zu ihren Eltern mit zurück nach Afghanistan. Dabei handelt es sich um die 6-jährige Azizah, die wegen eines großen Hirntumors gut ein Jahr im Klinikum Minden behandelt wurde, um die 15-jährige Sakina, ebenfalls wegen eines Hirntumors im Klinikum Minden behandelt, sowie um den knapp 4-jährigen Abdullah, der sich mit einem schweren angeborenen Herzfehler zur operativen Korrektur in der Medizinischen Hochschule Hannover befand.
Bei der Ankunft am Freitagmorgen im FMIC wird es ein großes Wiedersehensfest geben und es werden Tränen der Freude fließen, nachdem es beim Abschiedsfest in der vergangenen Woche Tränen der Trennung bei den vielen engagierten und liebevollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Mindener Klinikums gegeben hatte. Azizah und Sakina haben tiefe Spuren in ihren Herzen hinterlassen, und auch die Kinder werden die vielen guten Erfahrungen, die sie während der Zeit ihres Aufenthaltes in Deutschland machen konnten, nie mehr vergessen.
Während des 4-tägigen Aufenthalts im FMIC wird Dr. Angrés wieder, wie schon üblich, an der medizinischen Versorgung im OP und auf der Intensivstation teilnehmen. Ebenso werden beide Krankenschwestern zu einem Kennenlernen auf den Kinderstationen des FMIC eingesetzt. Damit stärkt sich die Verbindung zwischen dem FMIC und dem Mindener Klinikum, einer von sechs ausgesuchten deutschen Partnerkliniken von RobinAid. Diese Verbindung besteht damit nicht mehr nur in der Behandlung von Kindern aus dem FMIC, die dort derzeit noch nicht versorgt werden können, sondern auch in den persönlichen Kontakten und Erlebnissen zweier Mitarbeiterinnen, die zum ersten Mal mit in das Kabuler Kinderkrankenhaus reisen.
Auf dem Rückflug am Montag, den 31.Mai, gibt es dann für das Team um den erfahrenen Intensivmediziner Dr. Angrés viel zu tun: Seit etwas mehr als einem Monat wartet der kleine Abdul, 4 Jahre, im FMIC auf die notwendige operative Versorgung in Deutschland. Er war mit den Symptomen Erbrechen, Kopfschmerzen und zunehmende Gangunsicherheit in die Notaufnahme des FMIC gekommen. Schnell zeigte sich die Ursache: Auch Abdul hat einen großen Hirntumor der hinteren Schädelgrube. Aufgrund der tumorbedingten Abflussstörung des Hirnwassers hatte sich bereits so viel Druck in seinem kleinen Köpfchen entwickelt, dass die afghanischen Ärzte am FMIC in engster Abstimmung mit dem Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie des Mindener Klinikums, Herrn PD Dr. med. Ulrich Knappe, Anfang der vergangenen Woche eine erste Notoperation durchführen mussten, um das Leben Abduls zu retten. Unterstützt über eine Entfernung von fast 7.000 km durch die erfahrenen deutschen Ärzte gelang den afghanischen Chirurgen im FMIC dieser Eingriff, und das überschüssige Hirnwasser konnte durch ein äußeres Drainagesystem abgeleitet werden. Der Zustand Abduls hat sich danach so rasch stabilisiert, dass er nun den langen Weg nach Deutschland zur endgültigen Rettung in das Mindener Klinikum antreten kann. Ohne Risiko ist dieser Transport allerdings weiterhin nicht. Deshalb wird dieser Flug unter intensivmedizinischen Bedingungen durchgeführt und Dr. Angrés ist froh, dass ihm Schwester Ella und Schwester Saskia dabei zur Seite stehen.
Planmäßig wird das Team mit dem kleinen Abdul am Montag gegen 14.00 Uhr in Frankfurt landen. Dort wird schon der Notarztwagen warten, der Abdul dann in das Mindener Klinikum bringt. Je nachdem, wie stabil Abdul den langen Weg übersteht, wird die operative Entfernung des Tumors noch am gleichen Abend oder am Dienstavormittag von Herrn PD Dr. Knappe und seiner Mannschaft durchgeführt werden.
Diese Einsätze kosten viel Geld und auch die sehr aufwändigen und speziellen Behandlungen können die Partnerkliniken von RobinAid nicht ohne Kostenerstattung durchführen. RobinAid finanziert seine Arbeit ausschließlich über Spenden und Sponsoren und bittet daher sehr herzlich um ihre Hilfe.
Helfen Sie uns zu helfen. Herzlichen Dank.
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