Erneuter medizinischer Einsatz in Kabul

Am kommenden Sonntag, den 20. Februar 2011, werden der Hamburger Anästhesist, Intensivmediziner und Vorstandsvorsitzende der Stiftung RobinAid, Dr. Matthias Angrés sowie Priv. Doz. Dr. Ulrich Knappe, Neurochirurg, Chefarzt am Johannes Wesling Klinikum in Minden und Mitglied des Medical Boards dieser medizinischen Hilfsorganisation, zu einem erneuten Einsatz in das French Medical Institute for Children (FMIC) nach Kabul aufbrechen. Eine Woche lang werden sie vor Ort, unterstützt von afghanischen Ärzten und Pflegekräften, Kinder mit Hirntumoren und anderen neurochirurgischen Erkrankungen operieren.Seit 2009 ist RobinAid an dem medizinischen Betrieb dieses Kinderkrankenhauses in der afghanischen Hauptstadt beteiligt.

 

  

Grosszügige Sachspenden

Auf ihre Mission nehmen die beiden Ärzte eine große Menge medizinischer Ausrüstung mit, die von der Aesculap AG in Tutlingen, dem Elbeklinikum in Stade und der Firma Essex Pharma GmbH in München als Spenden zur Verfügung gestellt wurde. Dabei handelt es sich um chirurgische Instrumente, die Priv. Doz. Dr. Ulrich Knappe zur Durchführung der komplizierten Eingriffe benötigt, spezielle Medikamente zur Nachbehandlung der operierten Kinder, Antibiotika sowie verschiedene andere lebenswichtige Pharmaka. Ebenfalls im Gepäck befinden sich umfangreiche Literatur zum Aufbau einer pharmakologischen Bibliothek und viele Ausbildungsvorträge. Neben der Arbeit an den kleinen Patienten bildet die Weiterbildung der afghanischen Kollegen einen wesentlichen Part dieses Einsatzes. Hilfe zur Selbsthilfe, Führung zur Autonomie sowie langfristige partnerschaftliche Begleitung in der qualitativen medizinischen Entwicklung sind die Grundsätze, auf denen das humanitäre Engagement der Stiftung RobinAid für dieses, bisher einzigartige, Kinderkrankenhaus in Afghanistan aufgebaut ist.


Für den Arzt aus Hamburg ist dieser Einsatz mittlerweile einer von unzählig vielen, die er in den letzten Jahren gemacht hat, für seinen Mindener Kollegen ist es der zweite Flug in das FMIC. Dennoch ist jeder Einsatz etwas Besonderes und bedarf der detailierten Vorbereitung und Planung. Dafür stehen der Stiftung RobinAid ehrenamtliche Helfer zur Seite wie der Stader Apotheker Jamal Said, die Hamburger Koordinatorin Susanne Robert und viele andere.
Im Anschluss an ihre Tätigkeit im Operationssaal des FMIC nehmen die beiden Mediziner als deutsche Vertreter an dem ersten internationalen Fachkongress „Kinderheilkunde in Afghanistan“ teil, der vom 26. – 27. Februar im Kabuler Serena-Hotel stattfindet. Es ist die erste wissenschaftliche Tagung dieser Art und wird vom French Medical Institute for Children, federführend von dessen deutsch-französischem Ärztlichen Direktor Dr. Alexander Leis, ebenfalls zu den Ärzten von RobinAid gehörend, ausgerichtet. Diese Konferenz wird finanziell unterstütz durch Mittel des Auswärtigen Amtes in Berlin. Damit beteiligt sich die Deutsche Regierung erstmalig an diesem Projekt des nachhaltigen Aufbaus medizinischer Versorgung in Afghanistan, einem Land, das seit mehr als 30 Jahren durch Krieg, Terror und Armut geschunden ist und zu den fünf ärmsten Ländern der Welt gehört.


Das French Medical Institute for Children (FMIC) in Kabul

Seit der Eröffnung 2007 stellt das French Medical Institute for Children eine „Oase der Hoffnung“ für die medizinische Versorgung der Kinder in Afghanistan dar. Von der französischen Hilfsorganisation „La chaîne de l´espoir“ 2005 – 2007 mit Hilfe vieler, ausschließlich privater, Spender und Sponsoren erbaut, verfügt das FMIC über 85 Betten und beinhaltet die einzige pädiatrische Intensivstation Afghanistans (15 Beatmungsplätze). In 10 klinischen Departments wurden 2010 insgesamt mehr als 55.000 Patienten behandelt, 2.500 Kinder operiert und mehr als 1.200 intensivmedizinisch versorgt. Im Department für Kinderherzchirurgie, geleitet von dem in Frankreich ausgebildeten Afghanen Dr. Najeebullah Bina, konnten letztes Jahr erstmals mehr als 300 Herzoperationen bei Kindern aller Altersstufen durchgeführt werden. 

  
Die Stiftung RobinAid

Die Hamburger Stiftung RobinAid engagiert sich als deutsche Schwesterorganisation von „La chaîne de l’espoir“ für eine adäquate und nachhaltige medizinische Versorgung auf höchstem Qualitätsniveau in Armuts-, Kriegs- und Krisengebieten. Dabei unterstützt sie den Aufbau lokaler Krankenhäuser durch Wissens, Technik- und Managementtransfer sowie Beteiligung am medizinischen und wirtschaftlichen Betrieb, entsendet Ärzte, Pflegekräfte, Pharmazeuten sowie medizintechnische Assistenten vor Ort und stellt differenzierte Ausbildungs- und Entwicklungsprogramme zur Verfügung. Hinter der Arbeit von RobinAid steht ein Medical Board von 34 renommierten Medizinern aus vier Ländern. Kooperationspartner sind u.a. die Medizinische Hochschule Hannover, das Johannes Wesling Klinikum Minden, das Universitätsklinikum Erlangen sowie der Krankenhauskonzern Helios Kliniken GmbH. Finanziert wird die Projektarbeit von RobinAid durch Spenden und Sponsoren. Prominente Unterstützer wie die ARD-Fensehmoderatorin Anja Reschke und der Schauspieler Hinnerk Schönemann engagieren sich als Botschafter für die Ziele von RobinAid. 

 
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