Erneuter Einsatz in das French Medical Institute for Children

Am kommenden Dienstag startet ein RobinAid – Team zu einem erneuten medizinischen Einsatz nach Kabul in das „French Medical Institute for Children“.
Als „wichtiges Zeichen humanitärer Solidarität für unsere kleinen Patienten sowie unsere Kollegen vor Ort“ bezeichnete Dr. med. Matthias Angrés, Vorstandsvorsitzender der Hamburger Stiftung RobinAid, den morgen beginnenden Einsatz. Am letzten Sonnabend erschütterte ein schwerer Anschlag das Zentrum von Kabul. Erstmals war ein Militärkrankenhaus Ziel eines Selbstmordattentates. Dabei wurden sechs Menschen, darunter drei Medizinstudenten, getötet.
„Die Menschen in Afghanistan brauchen jetzt mehr denn je unsere Unterstützung. Wir wollen auch ein Zeichen setzten, dass wir uns von Gewalt nicht erpressen oder einschüchtern lassen“, sagte Jamal Said, Pharmazeut aus Stade und Mitglied des Medical Boards von RobinAid.
Beide werden in Begleitung der Kinderkrankenschwester Ella Sudermann aus dem Johannes Wesling Klinikum zu einem einwöchigen Einsatz nach Kabul aufbrechen. Dr. Matthias Angrés, Anästhesist, Intensiv- und Notfallmediziner, wird seine afghanischen Kollegen im Operationssaal des FMIC unterstützen, Jamal Said ein Ausbildungsprogramm für die Apothekenleitung des FMIC starten.
Bei diesem Flug kehrt auch der 5-jährige Abdul Jobair nach langer Behandlung wegen eines Hirntumors im Johannes Wesling Klinikum Minden gesund zurück zu seiner Familie. Die Kinderkrankenschwester Ella Sudermann, die den Jungen auch monatelang bei seinen schweren Therapien im Minderen Klinikum betreute und den Jungen vor etwas mehr als einem Jahr mit einem Notarzt nach Deutschland holte, wird Abdul Jobair bei der Wiedereingliederung in seine Familie begleiten.
Seit der Eröffnung 2007 stellt das French Medical Institute for Children eine „Oase der Hoffnung“ für die medizinische Versorgung der Kinder in Afghanistan dar. Von der französischen Hilfsorganisation „La chaîne de l´espoir“ 2005 – 2007 mit Hilfe vieler, ausschließlich privater, Spender und Sponsoren erbaut, verfügt das FMIC über 85 Betten und beinhaltet die einzige pädiatrische Intensivstation Afghanistans (15 Beatmungsplätze). Geleitet wird das Kinderkrankenhaus von dem deutsch-französischen Kinderarzt Dr. Alexander Leis (Medical Board RobinAid), der seit 2005 vor Ort in Kabul arbeitet und permanent lebt. In 10 klinischen Departments wurden 2010 insgesamt mehr als 70.000 Patienten behandelt, 2.800 Kinder operiert und mehr als 1.400 intensivmedizinisch versorgt. Im Department für Kinderherzchirurgie, geleitet von dem in Frankreich ausgebildeten afghanischen Kinderherzchirurgen Prof. Dr. Najeebullah Bina (Medical Board RobinAid), konnten letztes Jahr mehr als 300 Herzoperationen bei Kindern durchgeführt werden.
Die Hamburger Stiftung RobinAid beteiligt sich seit 2009 am medizinischen Betrieb dieses, bisher einzigartigen, Kinderkrankenhauses in Afghanistan.
Die ARD-Fensehmoderatorin Anja Reschke und der Schauspieler Hinnerk Schönemann engagieren sich als Botschafter für die Arbeit von RobinAid.
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