Einsatz im FMIC: Freude und Trauer dicht beieinanderEinsatz im FMIC: Freude und Trauer dicht beieinander – Tamin geheilt, Nilab auf der Intensivstation verstorben
Ende des letzten Jahres bat RobinAid um Spenden für die Rettung von Tamin und Nilab. Tamin (ein 1-jähriger Junge), wartete in unserem Kabuler Kinderkrankenhaus „French Medical Institute for Children“ (FMIC) mit einem Gehirntumor (nach einer ersten operativen Versorgung mit Anlage eines Ventils zum Ablauf des gestauten Hirnwassers im Oktober letzen Jahres) auf die endgültige Entfernung seines Tumors, Nilab (ein 15 Monate altes Mädchen) mit einem angeborenen Herzfehler auf die erste Korrekturoperation. Während des letzten aktuellen Einsatzes des RobinAid – Teams PD Dr. Ulrich Knappe, Neurochirurg und Chefarzt am Johannes Wesling Klinikums in Minden sowie Dr. Matthias Angrés, Anästhesist und Intesivmediziner aus Hamburg, wurden beide Kinder vor Ort operiert.
Dr. Matthias Angrés bei der Narkoseeinleitung (linkes Bild) und PD Dr. Ulrich Knappe am Operationsmikroskop (rechtes Bild) während der Operation von Tamin
Der Zustand von Tamin hatte sich während der letzten Wochen stetig verschlechtert, so mussten zunächst einige vorbereitende Maßnahmen zu seiner Stabilisierung getroffen werden. Am 24. Februar war es dann soweit: In einer langen, mehrstündigen Operation und Dank der von der Fa. Aesculap gespendeten, notwendigen Spezialinstrumente, die zu diesem Einsatz mit ins FMIC gebracht wurden, gelang des PD Dr. Knappe, den großen Tumor komplett aus dem linken Seitenventrikel zu entfernen. Tamin überstand die schwierige Prozedur, Narkose und anschließende Intensivstationsbehandlung ohne jegliche Komplikationen und konnte zwischenzeitlich, nach nur 10 Tagen, mit seiner Familie schon wieder nach Hause entlassen werden.
Dr. Charlotte Sgro, Anästhesistin aus Besancon, Frankreich (linkes Bild) und die Eltern von Tamin nach der Operation an seinem Bett auf der Intensivstation
Eine Woche später stand Nilab auf dem Operationsprogramm. Dr. Najeebullah Bina, Chef des Departments für Kinderherzchirurgie des FMIC und sein Team, anästhesiologisch unterstützt von Dr. Matthias Angrés, wollten in einer ersten Operation durch ein sogenanntes „Pulmonales Banding“ sowie den Verschluss der bestehenden Verbindung zwischen der Hauptschlagader und Lungenschlagader das weitere Verschlechtern der Herzleistung durch Anstieg des Druckes im Lungenkreislauf des kleinen Mädchens verhindern. So sollte die notwendige Zeit bis zur endgültigen Korrektur gewonnen werden. Nach Eröffnen des Brustkorbes zeigte sich jedoch, dass es sich um einen sehr viel schwereren Herzfehler handelte, als in der Diagnostik durch die Echokardiographie zu erkennen war. So war es leider nicht möglich, das geplante Verfahren durchzuführen, sodass der Entschluss gefasst werden musste, die Operation zu beenden. Nilab wurde stabil auf die Intensivstation verlegt.
|